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lotte lehmann - dichterliebe - heine كلمات أغنية

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im wunderschönen monat mai
als alle knospen sprangen
da ist in meinem herzen
die liebe aufgegangen

im wunderschönen monat mai
als alle vögel sangen
da hab’ ich ihr gestanden
mein sehnen und verlangen

aus meinen tränen sprießen
viel blühende blumen hervor
und meine seufzer werden
ein nachtigallеnchor

und wenn du mich lieb hast, kindchen
schеnk’ ich dir die blumen all’
und vor deinem fenster soll klingen
das lied der nachtigall

die rose, die lilie, die taube, die sonne
die liebt’ ich einst alle in liebeswonne
ich lieb’ sie nicht mehr, ich liebe alleine
die kleine, die feine, die reine, die eine;
sie selber, aller liebe wonne
ist rose und lilie und taube und sonne
wenn ich in deine augen seh’
so schwindet all’ mein leid und weh;
doch wenn ich küße deinen mund
so werd’ ich ganz und gar gesund

wenn ich mich lehn’ an deine brust
kommt’s über mich wie himmelsl_st;
doch wenn du sprichst: ich liebe dich!
so muß ich weinen bitterlich

ich will meine seele tauchen
in den kelch der lilie hinein;
die lilie soll klingend hauchen
ein lied von der liebsten mein

das lied soll schauern und beben
wie der kuß von ihrem mund
den sie mir einst gegeben
in wunderbar süßer stund’

im rhein, im heiligen strome
da spiegelt sich in den well’n
mit seinem großen dome
das große, heil’ge köln

im dom da steht ein bildnis
auf goldnem leder gemalt;
in meines lebens wildnis
hat’s freundlich hineingestrahlt
es schweben blumen und eng’lein
um unsre liebe frau;
die augen, die lippen, die wänglein
die gleichen der liebsten genau

ich grolle nicht, und wenn das herz auch bricht
ewig verlor’nes lieb, ich grolle nicht
wie du auch strahlst in diamantenpracht
es fällt kein strahl in deines herzens nacht
das weiß ich längst

ich grolle nicht, und wenn das herz auch bricht
ich sah dich ja im traume
und sah die nacht in deines herzens raume
und sah die schlang’, die dir am herzen frißt
ich sah, mein lieb, wie sehr du elend bist

und wüßten’s die blumen, die kleinen
wie tief verwundet mein herz
sie würden mit mir weinen
zu heilen meinen schmerz

und wüßten’s die nachtigallen
wie ich so traurig und krank
sie ließen fröhlich erschallen
erquickenden gesang
und wüßten sie mein wehe
die goldenen sternelein
sie kämen aus ihrer höhe
und sprächen trost mir ein

sie alle können’s nicht wissen
nur eine kennt meinen schmerz;
sie hat ja selbst zerrissen
zerrissen mir das herz

das ist ein flöten und geigen
trompeten schmettern darein;
da tanzt wohl den hochzeitreigen
die herzallerliebste mein

das ist ein klingen und dröhnen
ein pauken und ein schalmei’n;
dazwischen schluchzen und stöhnen
die lieblichen engelein

hör’ ich das liedchen klingen
das einst die liebste sang
so will mir die brust zerspringen
von wildem schmerzendrang

es treibt mich ein dunkles sehnen
hinauf zur waldeshöh’
dort löst sich auf in tränen
mein übergroßes weh’

ein jüngling liebt ein mädchen
die hat einen andern erwählt;
der andre liebt eine andre
und hat sich mit dieser vermählt

das mädchen nimmt aus ärger
den ersten besten mann
der ihr in den weg gelaufen;
der jüngling ist übel dran

es ist eine alte geschichte
doch bleibt sie immer neu;
und wem sie just passieret
dem bricht das herz entzwei

am leuchtenden sommermorgen
geh’ ich im garten herum
es flüstern und sprechen die blumen
ich aber wandle stumm

es flüstern und sprechen die blumen
und schaun mitleidig mich an:
sei unsrer schwester nicht böse
du trauriger blasser mann

ich hab’ im traum geweinet
mir träumte, du lägest im grab
ich wachte auf, und die träne
floß noch von der w_nge herab

ich hab’ im traum geweinet
mir träumt’, du verließest mich
ich wachte auf, und ich weinte
noch lange bitterlich

ich hab’ im traum geweinet
mir träumte, du wär’st mir noch gut
ich wachte auf, und noch immer
strömt meine tränenflut

allnächtlich im traume seh’ ich dich
und sehe dich freundlich grüßen
und laut aufweinend stürz’ ich mich
zu deinen süßen füßen

du siehest mich an wehmütiglich
und schüttelst das blonde köpfchen;
aus deinen augen schleichen sich
die perlentränentröpfchen

du sagst mir heimlich ein leises wort
und gibst mir den strauß von zypressen
ich wache auf, und der strauß ist fort
und ‘s wort hab’ ich vergessen

aus alten märchen winkt es
hervor mit weißer hand
da singt es und da klingt es
von einem zauberland;

wo bunte blumen blühen
im gold’nen abendlicht
und lieblich duftend glühen
mit bräutlichem gesicht;

und grüne bäume singen
uralte melodei’n
die lüfte heimlich klingen
und vögel schmettern drein;

und nebelbilder steigen
wohl aus der erd’ hervor
und tanzen luft’gen reigen
im wunderlichen chor;

und blaue funken brennen
an jedem blatt und reis
und rote lichter rennen
im irren, wirren kreis;

und laute quellen brechen
aus wildem marmorstein
und seltsam in den bächen
strahlt fort der widerschein

ach, könnt’ ich dorthin kommen
und dort mein herz erfreu’n
und aller qual entnommen
und frei und selig sein!

ach! jenes land der wonne
das seh’ ich oft im traum
doch kommt die morgensonne
zerfließt’s wie eitel schaum

die alten, bösen lieder
die träume bös’ und arg
die laßt uns jetzt begraben
holt einen großen sarg

hinein leg’ ich gar manches
doch sag’ ich noch nicht was;
der sarg muß sein noch größer
wie’s heidelberger faß

und holt eine totenbahre
und bretter fest und d_ck;
auch muß sie sein noch länger
als wie zu mainz die brück’

und holt mir auch zwölf riesen
die müssen noch stärker sein
als wie der starke christoph
im dom zu köln am rhein

die sollen den sarg forttragen
und senken ins meer hinab
denn solchem großen sarge
gebührt ein großes grab

wißt ihr, warum der sarg wohl
so groß und schwer mag sein?
ich senkt’ auch meine liebe
und meinen schmerz hinein

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